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Bäume binden das Treibhausgas CO2, das die Klimakrise anheizt. Doch sie können noch viel mehr. Sie liefern wertvolle, nachwachsende Rohstoffe. Und sie schaffen sogar Arbeitsplätze – genau dort, wo sie dringend nötig sind. 1.000 Milliarden Bäume könnten wir auf der Erde pflanzen. Das ist pro Mensch nur ein kleiner Wald: 150 Bäume. Ein afrikanisches Sprichwort lautet: „Der beste Baum ist der, den du vor 20 Jahren gepflanzt hast. Der zweitbeste ist der, den du heute pflanzt.“ Also: Bäume pflanzen – denn es steht viel auf dem Spiel.

Wie Bäume die Klimakrise abschwächen

Die Klimakrise bedroht uns alle. Immer mehr und immer schlimmere Dürren, Überschwemmungen und andere Wetterextreme kommen auf die Menschen zu. Deren Folgen sind drastisch: Menschen werden ihren Wohnraum verlieren, Ernten werden verloren gehen und Menschen werden hungern, ganze Regionen werden unter Wasserknappheit leiden, Krankheiten wie Malaria könnten sich selbst bis nach Europa ausbreiten, Kriege und Konflikte werden ausbrechen, weil die Ressourcen für das tägliche Überleben knapp werden.

Mädchen in Nepal pflanzen einen Baum im Rahmen einer Plant-for-the-Planet-Akademie, bei der sie zu Botschafterinnen für Klimagerechtigkeit ausgebildet wurden.

Bäume lösen zwar nicht die Klimakrise, aber sie verschaffen uns einen Zeitjoker. Denn sie speichern Kohlenstoff. Wenn es der Menschheit gelingt, 1.000 Milliarden Bäume zu pflanzen, ziehen diese jährlich nach ersten Schätzungen etwa ein Viertel des menschgemachten CO2 aus der Atmosphäre. Den Kohlenstoff verwandeln sie in Holz, den Sauerstoff geben sie ab. Solange das Holz nicht verrottet, bleibt der Kohlenstoff gespeichert und schwächt so die Klimakrise ab. Auf diese Weise gewinnt die Menschheit Zeit, den CO2-Ausstoß zu senken.

Weil die Kinder von heute die Folgen der Klimakrise noch erleben werden, setzen sie sich z.B. in der Kinder- und Jugendinitiative Plant-for-the-Planet dafür ein, neue Bäume zu pflanzen.

Wissenschaftlich erwiesen: 1.000 Milliarden haben Platz

Eine Million Bäume auf einer Pflanzfläche in Mexiko.

Zugegeben: 1.000 Milliarden Bäume bis 2020, das ist ein wirklich großes Ziel. Aber es ist realistisch.  Dr. Thomas Crowther, Wissenschaftler an der Yale University, zählte auf Initiative von Plant-for-the-Planet zweieinhalb Jahre lang die Bäume der Welt und erntete dafür anfangs viel Spott seiner Kollegen. Bis das renommierte Nature-Magazin 2015 seine Studie „Mapping Tree Density On A Global Scale“ veröffentlichte.

Diese Studie zeigt: Auf der Erde wachsen heute 3.041 Milliarden Bäume. Tom Crowther bestätigte, dass auf der Erde Platz für 1.000 Milliarden zusätzliche Bäume ist, ohne dass sie in Konkurrenz zu Landwirtschaft oder zu Siedlungen treten oder in Wüsten gepflanzt werden müssen.  Am 15. Dezember 2016 hat Plant-for-the-Planet den millionsten Baum im eigenen neuen Pflanzgebiet in Mexiko gepflanzt – zehn Millionen sollen es dort bis 2020  werden.

Was Bäume alles können – vor allem die im Süden

Bäume im globalen Süden zu pflanzen ist aus mehreren Gründen besonders sinnvoll.

  1. Bäume wachsen im Süden besonders schnell. In Mexiko zum Beispiel zwei bis vier Mal so schnell wie in Deutschland. Entsprechend speichern sie in derselben Zeit zwei bis vier Mal so viel Kohlenstoff wie ein Baum in Deutschland. Aber Bäume können noch viel mehr.
  2. Bäume liefern einen nachwachsenden, lokal nutzbaren Rohstoff. In Zeiten knapper Ressourcen verschaffen sie den Ländern, die Bäume anpflanzen und später das Holz nutzen, lokal verwertbare Rohstoffe. Diese sind besonders wertvoll, wenn sie in langlebigen Gütern verarbeitet werden, und zwar direkt vor Ort, um die Wertschöpfung im Land zu halten. Dabei speichert das Holz weiterhin den Kohlenstoff, auf diese Weise bleibt weiter CO2 undzwar so lange, wie das Holzprodukt bestehen bleibt. Zum Beispiel als Holzhaus, das Jahrhunderte bewohnt werden kann.
  3. Bäume können Beton ersetzen. Bis 2050 brauchen wir global für drei Milliarden Menschen mehr Wohnraum. Heute setzt die Bauwirtschaft noch überwiegend auf klimaschädlichen Beton, hergestellt aus Zement. Die Produktion von Zement setzt sieben Prozent des menschgemachten CO2 Ganz anders der Baustoff Holz: Ein Kubikmeter Holz bindet eine Tonne CO2 – auf Jahrzehnte. Es ist der einzige Baustoff, der aus der Kraft der Sonne gewachsen ist.
  4. Bäume schaffen Arbeitsplätze. Schon heute leben 500 Menschen in Campeche, Mexiko von den Gehalts­zahlungen an die Forstarbeiter von Plant-for-the-Planet. In den armen Ländern schaffen Bäume langfristige Arbeitsplätze: Auf den Pflanzflächen und später auch in der Holzverarbeitung und Wiederaufforstung.

Ein kleiner Junge, eine starke Frau und die Vereinten Nationen

Vor zehn Jahren pflanzte ein neunjähriger Junge an seiner Schule einen Baum. Das war der Beginn der weltweiten Kinder- und Jugend­initiative Plant-for-the-Planet. Über 14 Milliarden Bäume haben die Kinder und Jugendlichen mit Hilfe vieler Erwachsener – inkl. Regierungen und Unternehmen – bis heute gepflanzt.

Damals hielt Felix Finkbeiner mit neun Jahren in seiner Klasse ein Referat über die Klimakrise. Felix hatte von Wangai Maathai gelesen und war sehr beeindruckt. Die Friedensnobelpreisträgerin aus Kenia hatte mit Frauen in Afrika 30 Millionen Bäume in 30 Jahren gepflanzt. Auf diese Weise gab sie den Frauen die Chance, eigenes Einkommen zu verdienen, schützte sie den Boden vor Erosion und pflanzte Millionen von Kohlenstoffspeichern.

Der damals 13-jährige Felix Finkbeiner sprach 2011 vor der UN-Generalversammlung und forderte 1.000 Milliarden neue Bäume für die Zukunft der Kinder.

Inspiriert von Wangari Maathai, entwarf Felix am Ende seines Referats die Vision, Kinder könnten in jedem Land der Erde eine Million Bäume pflanzen, um auf diese Weise auf eigene Faust einen CO2-Ausgleich zu schaffen. In den darauffolgenden Jahren entwickelte sich Plant-for-the-Planet zu einer weltweiten Bewegung: Derzeit verfolgen ca. 100.000 Kinder in 193 Ländern dieses Ziel. Sie verstehen sich als Initiative von Weltbürgern, die sich für Klimagerechtigkeit einsetzt.

2011 übergab das Umweltprogramm der Vereinten Nationen, kurz UNEP, die traditionsreiche Billion Tree Campaign an Plant-for-the-Planet – und damit den offiziellen Weltbaumzähler. Unternehmen, Regierungen und Bürger berichten nun an die  Kinder, wie viele Bäume sie pflanzen wollen und gepflanzt haben. Plant-for-the-Planet hat den Weltbaumzähler zum interaktiven Online-Tool gemacht, das zum Mitpflanzen motiviert. (baumzaehler.org)

Pflanzt Bäume – denn sie retten unsere Zukunft

Klimakrise, Armutskrise und weltweite Ungerechtigkeit: Indem wir Bäume pflanzen, tragen wir auf vielfältige Weise dazu bei, als Weltfamilie Lösungen für diese Probleme zu finden.

Jeder Baum, den wir pflanzen, ist so ein Symbol für die Zukunft aller Menschen.

Ein Beitrag von plant-for-the-planet.org

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