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Ist euch schon mal aufgefallen, dass in manchen Gärten, in Parks oder auf Wiesen überwiegend bestimmte Pflanzen wachsen? Mancherorts sieht man überall Brennnesseln oder Giersch. An anderen Stellen ist alles voll mit Löwenzahn oder Gänseblümchen. Das hat einen Grund: Diese Pflanzen sind sogenannte Zeiger- bzw. Indikatorpflanzen. Sie wachsen an bestimmten Stellen besonders gut aufgrund der besonderen Umstände an diesen Orten. Und welche Aussage das für uns Hobbygärtner bringt und wie wir damit umgehen können, erfahrt ihr in diesem Artikel.

Zeigerpflanzen bei der Gartenplanung

In jedem Garten wachsen sogenannte Unkräuter. Eigentlich sollte man diesen Begriff aus dem eigenen Wortschatz streichen, denn vielmehr sind es Beikräuter, die unseren Gartenalltag manchmal etwas erschweren. Beikräuter sind jene Pflanzen, die überall dort wachsen, wo man es eigentlich nicht möchte. Sie sind zudem sehr wuchsfreudig und breiten sich schnell und oftmals recht weitläufig aus. Beikräuter wachsen schneller als die Pflanzen, die man als Hobbygärtner fein säuberlich gepflanzt oder gesät hat. Werden sie nicht komplett mitsamt ihren Wurzeln entfernt, werden sie unter Garantie schnell genau dort wieder wachsen. Und doch können sie insbesondere bei der Gartengestaltung einen enormen Nutzen bringen. Sie zeigen nämlich an, welche Bodenverhältnisse dort vorherrschen. Nicht umsonst werden sie daher auch als Zeigerpflanzen bezeichnet.

Löwenzahn ist ein Zeiger für wertvollen Boden.

Wunsch oder Realität? Gartenplanung mit Indikatorpflanzen

Will man einen Garten neu- oder umgestalten ist es sicherlich nicht verkehrt zu wissen, welche Indikatorpflanzen dort gut wachsen. Insbesondere Gärten, die längere Zeit vor sich hinwuchern durften, zeigen dem ambitionierten Hobbygärtner, welche Pflanzenarten sich hier besonders wohlfühlen. Das betrifft sowohl Rasenflächen als auch Sträucher und Blühpflanzen in ehemaligen Beeten oder am Rande des Gartens. Das kann nun aber auch bedeuten, dass dort bestimmte Wunschpflanzen womöglich nicht oder nur sehr schlecht wachsen werden. Daher sagen uns Zeigerpflanzen, was möglicherweise Wunsch oder Realität im eigenen Garten werden kann.

Indikatorpflanzen geben uns Auskunft darüber wie die Bodenverhältnisse sind. Bestimmte Zeigerpflanzen wachsen dort besonders gut, wo die Art des Bodens, der Feuchtigkeitsgehalt und die Nährstoffe auf ihre Wachstumsbedürfnisse abgestimmt sind. Zudem zählen Lichtverhältnisse – Sonne und Schatten – zu den Bedingungen, die das Wachstum von Indikatorpflanzen beeinflussen und begünstigen.

Übrigens kann das intensive Beobachten von Zeigerpflanzen auch aufwändige Bodentests ersetzen. Wer sich ein bisschen intensiver mit der Thematik befasst wird feststellen, dass einige Pflanzen nur bei einem bestimmten pH-Wert wachsen. Der pH-Wert gibt, grob gesagt, an, ob der Boden sauer oder neutral ist.

Was sind typische Zeigerpflanzen im Garten?

Indikatorpflanzen sind ganz unterschiedliche Pflanzen, die in der Regel recht schnell wachsen und sich ebenso schnell verbreiten können. Sie werden in verschiedene Bodenkategorien eingeteilt.

Dichte, nasse, lehmige Böden

Hahnenfuß ist ein Indikator für lehmhaltigen Boden.

Dichte und nasse Böden sind in der Regel sehr lehmhaltig. Bei Trockenheit merkt man, dass der Boden hart wie Beton wird. Bei Regen dauert es lange, bis Wasser durchsickern kann. Das macht das Leben der meisten Pflanzen schwer, da Staunässe nur selten vertragen wird. Wurzeln können bei solchen Böden kaum in tiefere Bodenschichten wachsen.

Indikatorpflanzen bei dichten und nassen Böden sind vor allem Schachtelhalm, Hahnenfuß, Breitwegerich und Scharbockskraut.

Um einen solchen Boden zu verbessern muss er tiefgründig gelockert und durch das Einbringen von Sand verbessert werden.

Der beliebte Holunder ist ein Anzeiger für Stickstoffreichtum.

Stickstoffreiche Böden

Stickstoffreiche Böden sind gut für Pflanzen, die viele Nährstoffe benötigen. Stickstoff wird durch die Wurzeln der Pflanzen aufgenommen und dient dem Wachstum enorm. Kein Wunder also, dass besonders wuchsfreudige Zeigerpflanzen auf solchen Böden in Massen wachsen.

Erkennbar sind stickstoffreiche Böden, wenn dort vermehrt Brennnessel, Wiesenampfer, Giersch, Taubnessel und Franzosenkraut wachsen. Auch das Wachstum von Holunder ist ein sichtbares Zeichen für einen stickstoffreichen Boden.

Humose Böden

Vogelmiere deutet auf humosen Boden hin.

Im Garten ist ein humoser Boden sehr wertvoll. Er bietet den meisten Pflanzen beste Voraussetzungen für ein gesundes Wachstum.

Ein humoser Boden ist locker, kann gut durchwurzelt werden, bietet Bodenlebewesen optimale Voraussetzungen und versorgt die Pflanzen gut mit Nährstoffen.

Wenn Löwenzahn, Vogelmiere und Brennnessel im Garten wachsen, dann stehen die Zeichen gut, dass sich dort ein humoser Boden befindet.

Saure Böden

Wie vorhin schon erwähnt stellt der pH-Wert einen wichtigen Indikator bei der Bestimmung des Bodens dar. Indikatorpflanzen für einen sauren Boden sind vor allem Gänseblümchen, die oftmals in Massen auf Wiesen zu finden sind. Auch wenn sie noch so hübsch anzusehen sind, will man hier Pflanzungen vornehmen, sollte der Boden durch das Einarbeiten von Gartenkalk verbessert werden. Weitere Zeigerpflanzen bei saurem Boden sind Sauerklee und Adlerfarn.

Gänseblümchen mögen es sauer.

Was kann man mit diesem Wissen anfangen?

Hat man durch das Beobachten seines Gartens festgestellt, welche Bodenart man vor sich hat, kann die Gartenplanung beginnen.

Es gibt grundsätzlich zwei entscheidende Möglichkeiten: Man akzeptiert die Bodenverhältnisse und plant den Garten unter diesen Voraussetzungen. Das heißt dann im Umkehrschluss, dass bestimmte Pflanzen womöglich von der Wunschliste gestrichen werden müssen, da sie unter diesen Bedingungen nicht oder nur schlecht wachsen.

Die andere Option ist sehr viel aufwändiger. Wenn der Boden nicht dem entspricht, wie man es gerne hätte, muss er optimiert werden. Ein schwerer, lehmiger Boden bspw. kann selbstverständlich zu einem humosen, lockeren Boden werden. Dazu muss allerdings eine große Menge Boden ausgehoben und ersetzt oder durch bspw. Sand verbessert werden. Das Umarbeiten der oberen Bodenschicht von 20-30 cm ist für ein langfristiges und nachhaltiges Pflanzenwachstum dabei kaum ausreichend. Insbesondere dann nicht, wenn Pflanzen geplant sind, deren Wurzelwachstum tiefer geht und die Staunässe nicht gut vertragen.

Das ist allerdings mit sehr viel Aufwand und oftmals auch hohen Kosten verbunden. Die Frage ist daher, ob sich das wirklich lohnt und ob es überhaupt notwendig ist. Bestimmte Pflanzen können einen Boden auf natürliche Weise verbessern. So gibt es verschiedene Gründüngungspflanzen, die lange Wurzeln bilden und damit den Boden tiefgründig Lockern oder die dem Boden fehlende Nährstoffe zufügen. Die Methode der Gründüngung dauert allerdings sehr lange. Aber mal ganz ehrlich, ist es überhaupt sinnvoll aus einer Wüste eine Oase zu machen?

Ein Beitrag vom Gartenblog Grüneliebe.

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