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Pflanzen ermöglichen Tag für Tag das Leben auf der Erde, wie wir es heute kennen. Durch den Sauerstoff, den sie produzieren, entstand vor etwa 2,3 Milliarden Jahren eine Atmosphäre, die dafür verantwortlich ist, dass der blaue Planet Lebewesen wie Fische, Vögel und Säugetiere hervorbringen konnte (und dass wir diesen Text hier lesen). Diese Leistung stellt alle Rekorde dieser Welt in den Schatten. Dennoch gibt es einige Pflanzen, die sich auch durch weitere Besonderheiten auszeichnen.

Welches waren die ersten Pflanzen der Erde?

Pflanzen sind die älteste Form von Leben auf der Erde. Unser Planet ist schätzungsweise 4,5 Milliarden Jahre alt, und die ersten Pflanzen erschienen vor etwa 3 Milliarden Jahren. Begonnen hat alles mit einzelligen Algen, die sich in warmen flachen Gewässer bildeten. Es dauerte weitere 1,5 Milliarden Jahre bis die ersten Landpflanzen wuchsen, vermutlich Moose. Die jüngste Generation, die Blütenpflanzen entwickelten sich erste vor 120 Millionen Jahren.

Von den noch immer existierenden Landpflanzen bilden wohl die Moospflanzen die ältesten Entwicklungslinien unsere Landpflanzen. Molekulare Untersuchungen stützen diese These, jedoch gibt es noch keine fossilen Funde, die diese Vermutung beweisen. Von den Farnen und Schachtelhalmen weiß man, dass sie erstmals vor 350 Millionen Jahren auf der Erde erschienen. Heute gibt es von ihnen über 10000 Arten auf der Erde. Aus den Farnen bildeten sich Palmfarne, die mit ihren dicken Stämmen wie kleine Palmen aussehen. Auch davon gibt es heute noch etwa 100 Arten auf der Erde. Die Schachtelhalme erreichten bereits eine Höhe von bis zu 18 Metern Höhe. Gemeinsam mit Farnen und Koniferen bildeten sie zur Zeit der Dinosaurier vor 225 Jahren die ersten Sumpfwälder.

Der Ginkgo hat seinen natürlichen Habitus in China und hat sich in den letzten 150 Millionen Jahren kaum verändert.

Was sind die größten Pflanzen?

Der Mamutbaum „Hyperion“ ist mit 115 m der höchste der Welt.

Wenn man an die größten Pflanzen der Welt denkt, fallen einem natürlich die Redwood- bzw. Mammutbaum-Wälder Kaliforniens ein. Der Küsten-Mammutbaum ist in einer der regenreichsten Regionen der Erde angesiedelt. Dort haben sich Exemplare entwickelt, die mehr als 100 Meter hoch werden. Ebenfalls in Kalifornien wachsen zudem die Berg- und Riesenmammutbäume, die zwar nicht ganz so hoch wachsen, aber durch einen etwa 8 Meter dicken Stammdurchmesser beeindrucken. Tatsächlich hält den Rekord für den höchsten Baum der Erde ein in Australien gewachsener Eukalyptusbaum mit nachweislich 132 Metern.

Ein anderes Phänomen sind die in Indien und Sri Lanka beheimateten Banyanbaum, die so viele Äste bekommen, dass sie aussehen wie kleine Wälder. Von den Ästen wachsen Luftwurzeln senkrecht in den Boden, wodurch wieder neue Stämme entstehen. Im botanischen Garten von Kalkutta in Indien wächst ein Exemplar mit über 1000 Stämmen und bedeckt damit eine Fläche von 16000 qm, was mehr als einem Fußballfeld entspricht.

Der größte Kaktus der Welt ist der Saguaro, der in den Wüsten Nordamerikas wächst. Diese Riesen können 18 m hoch werden und 9 Tonnen wiegen – so viel wie zwei Elefanten. Mit 24 Metern soll das größte Exemplar nach Angaben des Amerikaners Hube Yates im April 1978 ein astloser Kaktus in Cave Creek (Arizona) gewesen sein.

Die größten Algen sollen in Feuerland Längen zwischen 180 und 300 Metern erreichen. Allerdings gibt es dafür keine wissenschaftlichen Befunde. Hier hält der im Pazifik vorkommende Riesenblatt-Tang mit 60 Metern den bislang gemessenen Rekord.

Die Zwergwasserlinsen indes sind die kleinsten Vertreter der Blütenpflanzen. Sie besitzen keine Blätter oder Wurzeln und bestehen lediglich aus einem „Körper“ mit einer Größe von 0,3 – 0,6 mm. Ihre winzigen Blüten haben einen Durchmesser von nur 0,7 mm. Die superseltenen Früchte sind unvorstellbar winzig und wiegen lediglich 0,00007 Gramm.

Wasserlinsen – auch unter dem Namen Entengrütze bekannt – stellen die kleinsten Vertreter der Pflanzen.

Welche Pflanzen wachsen am schnellsten?

Die Sprinter beim Thema Pflanzenwachstum sind einige Arten von Bambusgräsern. Pro Tag wachsen sie bis zu 91 cm in die Höhe. Der gemessene Rekord dieser schießenden Sprosse liegt bei 121 cm Höhenwachstum in 24 Stunden. Unter den Bäumen gibt es eine Eukalyptus-Art in Australien, die jährlich bis zu 10 Metern Höhe zulegen. Auch der Riesenblatt-Tang im Pazifik kann täglich bis zu 45 cm wachsen. Zudem ist die Entwicklung von Zwiebelblumen faszinierend. Innerhalb von 6 bis 8 Wochen entsteht aus einer Zwiebel eine eindrucksvolle Pflanze mit bis zu 70 cm Stängel. Der Grund für ihr schnelles Wachstum liegt darin, dass Blätter und Blüten der zukünftigen Pflanze sich bereits in der Zwiebel entwickeln.

Welche Pflanzen werden am ältesten?

Auch bei den ältesten Pflanzen denkt man vermutlich als erstes an Bäume. Und in der Tat gibt es Kiefern (Pinus longaeva), die über 4000 Jahre alt werden. Durch Auszählung der Jahresringe wurde im Jahr 2012 der Rekordhalter mit 5066 Jahren ermittelt. Die Kiefern wachsen an extremen Standorten ohne die Konkurrenz anderer Pflanzarten und ohne die Bedrohung durch Schädlinge.

Kiefern können über 4000 Jahre alte werden.

Dadurch, dass Pflanzenableger identisches Erbgut mit dem Original besitzen, kann man die älteste lebende Pflanze auch auf sogenannte Klone zurückführen. So lebt das Wurzelnetz einer Amerikanischen Zitterpappel schon seit schätzungsweise mehr als 80.000 Jahren. Die Baumart entwickelt flache Seitenwurzeln, aus denen in etwa 30 Metern Entfernung neue Stämme wachsen. Zwar leben die einzelnen Bäume nicht länger als 200 Jahre, jedoch wächst die Mutterpflanze stetig weiter. Das größte bekannte Exemplar befindet sich im Bundesstaat Utah auf einer Fläche von rund 43 Hektar und besitzt 47.000 Stämme.

Der Strauch Lomatia tasmanica soll sich ebenfalls seit rund 43.000 Jahren nur durch Ableger vermehrt haben.  Jedes einzelne Exemplar lebt allerdings „nur“ 300 Jahre. Jahrelange galt der Kreosot-Busch als ältester Strauch. Das älteste Exemplar haben Botaniker auf 11.700 Jahren Lebenszeit taxiert und „Königsklon“ getauft. Ihr Geheimnis besteht darin, dass sie die Wasserverdunstung nahezu vollständig drosseln kann. Dadurch kann sie immenser Dürre trotzen. Außerdem toleriert diese Pflanze starken Temperaturschwankungen zwischen – 5° C und 48° C. Eigentümliche Bekanntheit erlangte der Kreosot-Busch vor allem dadurch, dass er in Westernfilmen durch die Landschaft rollt.

Welche Pflanzen haben die größten Blätter?

Die Blätter der südamerikanischen Riesenseerose erreichen einen Durchmesser bis zu 3 Metern. Manche sind so stark, dass sie das Gewicht eines kleinen Kindes tragen können. Allerdings wachsen die größten Blätter der Erde auf Palmen. So hat die in Afrika beheimatete Raphia-Palme eine Blattlänge von bis zu 25 Metern. Als Gartenpflanze erreicht die Riesen-Funkie die größten Blattauswüchse. Mit einem Durchmesser von bis zu 2 Metern und einer Höhe von 1,5 Metern lassen sich Nachbarn leicht beeindrucken.

Riesenseerosen bilden Luftkissen auf der Blattunterseite und können dadurch das Gewicht eines Kindes tragen.

Welche Pflanzen haben die größten Blüten?

Die größte Blüte der Welt gedeiht in den Wäldern Südostasiens. Die sogenannte Riesenblume (Rafflesia) bildet eine Blüte mit einem Durchmesser von etwa 1 Meter und einem Gewicht von ungefähr 7 kg aus. Die schüsselartigen Kelche locken mit ihrem Geruch Fliegen an, die zu den Fortpflanzungsorganen klettern und so den Blütenstaub übertragen. Nur sehr selten entwickelt die weitgehend unter der Erde wachsende Riesenblume Früchte aus. Obwohl die seltenen Früchte bekannt sind, ist es bis heute ein Geheimnis auf welche Weise sie ihre Samen verbreitet. Die Rafflesien bilden weder Blätter noch Wurzeln aus, sondern ernähren sich als Schmarotzer vollständig von den Nährstoffen ihrer Wirtspflanzen.

Blühender Titanenwurz

Ein weiterer Gigant der Blütenwelt ist die Titanenwurz. Drei Tage lang präsentiert sich der bis zu drei Meter hohe Blütenstand. Doch das Naturschauspiel ist mit Vorsicht zu genießen, denn die Blüte verströmt einen unappetitlichen Aasgeruch, um Fliegen zur Bestäubung anzulocken. Die in Indonesien beheimatete Tropenpflanze ist in diversen botanischen Gärten auch in Deutschland zu bewundern. Alle drei bis fünf Jahre kommt der Gigant dort zur Blüte.

In ihrem 100-jährigem Leben blüht die aus den Anden stammende Riesenbromelie nur ein einziges Mal für neun Monate. Dann bietet sie einen eindrucksvollen Anblick, da unzählige Einzelblüten an einem rund zehn Meter hohen Blütenstiel von hunderten Kolibris und anderen Vögeln umkreist werden. Leider stirbt die Pflanze nach der Fruchtreife allmählich ab.

Welche Pflanzen tragen die dicksten Früchte?

Weltweit werden jährlich Riesengemüse-Meisterschaften ausgetragen. Die Ergebnisse der Züchtungen sind unglaublich. Da gibt es einen Kürbis der über 700 kg auf die Waage bringt, eine Karotte, die 5 Meter misst oder die Zucchini mit über 30 kg Gewicht. Der Engländer Graham Tanter züchtete 488 Tomaten an einem einzigen Strauch. Dies sind jedoch Leistungen der Züchter.

Jackfrucht

Die größte natürliche Frucht der Welt trägt der in Südasien beheimatete Jackfruchtbaum. Eine einzige Frucht kann bis zu 30 kg und damit mehr als ein siebenjähriges Kind wiegen. Die größten Nüsse der Weltträgt eine Kokospalme, die nur auf den Seychellen wächst. Die Coco de Mer kann bis zu 18 kg schwer werden und es kann 6 Jahre dauern, bis sie reif ist. Ihren Namen hat die Nuss daher, dass sie an verschiedenen Stellen des indischen Ozeans angespült wurde und man daher davon ausging, dass sie unter Wasser wachsen würden. Eine weitere Riesenfrucht ist die Meerbohne oder Riesenhülse. Die Kletterpflanze der Gattung Entada bildet Hülsenfrüchte mit einer Länge von bis zu 2 Metern aus. Auch dieser Gigant hat seinen Namen durch die Verbreitung als schwimmende Frucht auf dem Meer. So findet sie heute Verbreitung im tropischen Afrika, Asien sowie auf den pazifischen Inseln. Die Früchte tauchten aber auch schon an europäischen Küsten und dem nördlichen Eismeer auf.

Wie viele Pflanzenarten sterben pro Jahr?

Der Artenschwund auf der Erde ist sowohl in der Tier- als auch in der Pflanzenwelt drastischer, als jemals zuvor. Dafür gibt es zwei Hauptgründe. Zum einen wird durch die rasante Ausbreitung des Menschen auf der Erde der Lebensraum immer knapper, wodurch invasive Spezies einheimische Arten verdrängen. Zum anderen führen Umweltverschmutzung und ein opulenter Umgang mit natürlichen Ressourcen dazu, dass natürliche Lebensräume die Lebensvoraussetzungen für bestimmte Arten nicht mehr erfüllen. Wir sind längst nicht in der Lage zu behaupten, dass wir alle Arten kennen. Biologen und Wissenschaftler gehen dennoch davon aus, dass täglich zwischen 3 und 150 Tier- und Pflanzenarten aussterben. Es kann also davon ausgegangen werden, dass jährlich mindestens 400 Pflanzenarten sterben.

Gleichzeitig werden immer wieder Pflanzen entdeckt, von denen man glaubte, dass sie ausgestorben seien. Es gibt einige Pflanzenarten, von denen nur noch vereinzelte Exemplare wachsen. Beispielsweise gedeiht das letzte erhaltene Exemplar der Farnpflanze Encephalartos woodii im Königlichen Botanischen Garten von Kew in Großbritannien. Es gehört zu einer Gattung, die vor vielen Millionen Jahren auf der Erde verbreitet war. Auch von der Maritiuspalme Hyophorbe amaricaulis gibt es nur noch ein einziges bekanntes Exemplar im botanischen Garten Curepipe auf Mauritius.

 

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